Die helle und die dunkle Seite der Leidenschaft

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:: Kochen ist wie Sex

Was die beiden miteinander zu tun haben? Mehr als man sich beim oberflächlichen Betrachten vorstellen kann. Sex und Kochen sind zwei ganz essenzielle Tätigkeiten, ohne die es die Menschheit nicht (mehr) gäbe: Ohne Kochen und in der Folge Essen wären wir lägst verhungert und ausgestorben. Das gilt natürlich auch für den Sex, denn ohne Sex und in der Folge Fortpflanzung wäre die Spezies Mensch dem Schicksal der Dinosauriere gefolgt und ebenfalls vom Planeten verschwunden.

Natürlich haben sich beide Tätigkeiten, die unter bestimmten Voraussetzungen zu den schönsten Dingen gehören, denen sich der Mensch widmen kann, im Laufe der Zeit ziemlich verändert. Sex war (und ist wohl häufig immer noch) eine schnelle Angelegenheit, ohne Raffinesse und über Jahrmillionen eine Sache von Samen abladen und Befruchten, um sich fortzupflanzen. Was angesichts der Unwägbarkeiten der Natur verständlich war, denn wenn der Säbelzahntiger im Unterholz lauert, muss der Homo sapiens schnell zur Sache kommen und schnell wieder seiner Wege ziehen.

Das gleiche gilt für die Nahrungsaufnahme. Auch hier war Fastfood und Fasteat angesagt, um nicht selbst den Speiseplan des hungrigen und wenig wählerischen Säbelzahntigers zu ergänzen oder - Äonen später - beim allzu langen Mahl vom neidischen Nachbarn um Speise und Leben gebracht zu werden. So vergingen die Jahrtausende mit schnellem Kochen und noch schnellerem Sex. Aber die Menschheit erfand allerlei Sinniges und Unsinniges, um sich vor den Unwägbarkeiten von Mitmenschen und Natur zu schätzen. Mit den vier Wänden um die Feuerstelle herum und dem Feuer darin wurde der Speiseplan vielfältiger und raffinierter. Wahrscheinlich trennte sich jetzt schon der Weizen vom Spreu, der Genießer vom Verschlinger, der Feingeist vom rohen Gesellen und zwar beim Kochen wie beim Sex.

Für beides braucht man Leidenschaft, Feuer und im Idealfall auch noch Liebe. Kommt dann noch Improvisationsvermögen, Empathie (das Hineinfühlen in den anderen) und trainierte Sinne (Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken und Genießen) dazu, dann wird die Sache rund und schmeckt. ...mehr im Buch



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